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est. 1993 by UMCP Hungarian American Student Association

Memorandum vom „Schutzverein für Pálköve” und andere ungarischen Zivilorganisationen

Betrifft: Die uferfressende Zubetonierung, Trockenlegung und Auffüllung de Balaton-Sees (Plattensee) in Ungarn.

Mit diesen Zeilen möchten wir auf die akute Gefahr einer schweren Schädigung der natürliche Lebensraumes und somit deren Schutz am Balaton aufmerksam machen.

Wir bitten dringend dieser, sich heute schon abzeichnende Naturkatastrophe vorzubeugen, sowie diese nach Kräften abzuwehren.

Im Jahr 2000 gab das ungarische Parlament vorschnell die Möglichkeit zur weiteren Bebauung, sogenannte „Regulierung” des natürlichen Ufers vom Balaton. Nach der Maßgabe der veröffentlichten Plane sollte die neu bezeichnete Uferlinie im Seebecken mit einer Betonwand verschanzt, und das so gewannene Seebettsole bebaut wurden. Dieses Gebiet beinhaltet heute aber mehrheitlich Schilf und diesem begleitende vielfältige Bewachsung. Die wertvolle Flora ist der Unterpfand der Lebensfähigkeit des Balatons.

Die Naturverstecke im Schilf bedeuten Rast- und Nestplatze für eine breite Fisch und Vogelfauna. Besonders aber f-r Zugvogel, deren Schutz in dem Abkommen vom Ramsar formuliert worden ist. Zu diesem völkerrechtlichen Vertrag vom 1979 hat sich Ungarn ebenfalls angeschlossen.

Die Plane missachten alle die oben skizzierten Gegebenheiten, / verletzen das ungarische Gesetz über die Umwelt und Naturschutz sowie die Regierungsverordnung zum Schutz des Schilfbestandes im Balaton.

Im Interesse einem erhofften „Massentourismus“ wird der – in seinem Charakter – eher untiefer See (durchschnittliche 2,5 – 3m) blindlings geopfert. Z.B. an dem 235 km langen Seeufer sollten 300 Bootschafen angelegt werden, d.h. je 0,7 kn eine ausgebaute Hafenanlage!

In dem engsten ufernahen Streifen sollten überall in der ganzen Länge des Sees Unterhaltungs- und Sporteinrichtungen entstehen. Im Gesamten sollten 24.000 (!) Segelschiffe auf Kiel gelegt werden, dies obwohl schon heute der See, wegen des niedrigen Wasserstandes leider in weiten Strecken nicht mit Schiffen befahrbar ist,

Leider ist der See heute stark verschlammt, so ist auch zum Baden ungeeignet: daher sind die Touristen auch ausgeblieben. Alles in allem eine wahre Katastrophe bedroht den ganzen untiefen See, den größten Binnensee Mitteleuropas.

Das offizielle Projekt schont auch nicht die Umgehgebung des Sees. An den Steilufern, die den Seeverlauf begleiten und als Zeugen des geologischen Entfaltung des prähistorischen Pannonmeeres gelten, werden ortsfremde Luxushotelsund Clubs geplant und an den schönsten Stellen, wie die Dörfer Tihany, Badacsony sowie hinter dem Seerucken des Kali-Becken, werden Großbauten mit Grundrissgrossen von 500-1000 m2 bewilligt., (Die Halbinsel Tihany hat sich auch um die Mitgliedschaft des Welterbes beworden – bedauerlicherweise vorläufig erfolglos.
Dies alles ist auf einer seltsames Art und Weise vor sich gegangen. Die Planung hat keine Vorabklärung auf dem Gebiete des Umweltschutzes der Hydrobiologie sowie der Landschaftsästhetik vorgenommen z.b. in der Form von Wirkungsstudien, Vernehmlassungen etc.

Damit die Arbeiten an den geplanten großen Baustellenkette leichter vor sich gehen können, versucht die Wasserbaulobby den Balaton regelrecht trockenzulegen. Bis Mai 2000 wurde 1.2 milliard m3 Wasser aus der Gesamtheit 2 milliard m3 See abgezapft. Seitdem wir der Wasserbestand des Sees weiterhin via „Sio“ (Verbindungskanal zur Donau) vermindert obwohl im Laufe der letzten Jahren in Ungarn ohnehin große Sommerdürren herrschten.

Gegen diesen brutalen Eingriff tritt die Regierung leichter nicht mit der nötigen Strange auf, da das Kapital bei diesen windig geplanten Investitionen eine Anziehungskraft bedeutet. Sogar die strengen Naturschutzvorschriften schrecken die Leiter der Behörden nicht zurück vor de unbedachten, unverantwortlichen Bebauung dieses wichtigen Binnensees vom EU-Mitglied Ungarn. Völlig abwegig ist es, dass mit der finanziellen Unterstützung der EU gerechnet wird, diese Mittel aber zur Verstummelung des Balatons durch die unvernünftige Bebauung von landschaftlich wichtigen Uferstrecken missbraucht werden sollten.

Die Argumente derjenigen, die die Natur erhalten möchten, erblassen neben den wirtschaftlichen Interessen von nur auf kurzfristigen Profit bedachten Investoren.

Daher bitten wir um Internationale Hilfe: Wir ersuchen um die Überprüfung den Verwendungszweck der in Aussicht gestellte finanzielle Mittel. Wir ersuchen um die Entsendung von unparteiischen Experten um die oben geschilderte Tatbestand zu bestätigen. Wir ersuchen um die Unterstutzung zur Sicherung der Überlebensfähigkeit des BALATONs.

Mit Aushöhlung der ungarischen rechtlichen Möglichkeiten wenden ungarische Zivilorganisationen an die Luxemburgische Gericht an.